Fledermaus-Garten

In Baden-Württemberg sind 21 von ca. 1.000 Fledermausarten weltweit heimisch. Die intensive Landwirtschaft, Gebäudesanierung, Quartierverlust und der Insektenschwund machen den Schönen der Nacht das Leben inzwischen jedoch sehr schwer. Hierdurch sind in den letzten 30 Jahren etwa 80% der Bestände zurückgegangen und 3 Arten gelten in Baden-Württemberg als verschollen.

Der Einsatz von Giften in der Land- und Forstwirtschaft hat einen großen Einfluss auf das Insektensterben und beeinflusst dadurch auch die Fledermäuse. Ebenso die Beseitigung von Hecken und Feldgehölz oder die Trockenlegung von Feuchtwiesen zerstört den Lebensraum vieler Insekten.  

Unsere Gärten nehmen inzwischen einen erheblichen Teil der Grünfläche ein, wodurch wir durch dessen vielfältige Gestaltung eine Nahrungsquelle für Insekten und damit auch für Fledermäuse schaffen können.  Viele Gartenbesitzer pflanzen bereits gezielt Futterpflanzen für Hummeln, Bienen und Tagfalter an. Zu den Hauptspeisen unserer heimischen Fledermäuse gehören vor allem die vielen kleinen „Motten“ und unterschiedliche Nachtfalter wie die Gammaeule, Hausmutter, Winden- und Mittlerer Weinschwärmer.

Vor allem das Nahrungsangebot für Raupen ist von großer Bedeutung. Die meisten Raupen sind dabei stark spezialisiert was ihre Nahrung angeht. Bei Schmetterlingen sind dabei besonders drei Pflanzenarten als Raupennahrungspflanzen allein oder in Kombination mit anderen Pflanzen auffallend. Dies sind die Salweide, die Schlehe und die Brennnessel. Durch diese wird eine sehr gute Basis für heimische Insekten geschaffen.

Wenn Sie die Wahrscheinlichkeit erhöhen möchten, dass Fledermäuse ihren Garten als Jagdrevier nutzen, können Sie dies durch nachtblühende Pflanzen unterstützen. Nachtblühende und nektarreiche Blütenpflanzen, wie z.B. Nachtkerze, Geißblatt, Leimkraut, Seifenkraut und Wegwarte locken durch ihren intensiven Duft und ihre UV-Strahlung Nachfalter an.  Einige dieser Pflanzen öffnen für die Bestäubung durch Nachtfalter ihre Blüten sogar erst nach Einbruch der Dämmerung (z.B. Nachtkerze) oder senden erst dann ihren betörenden Duft aus (z.B. Geißblatt).

Entscheidend für die Pflanzenauswahl ist natürlich der vorgesehene Standort. Für trockene und nährstoffarme Böden eignen sich Nachtkerze, Weiße Lichtnelke, Wegwarte, Nickendes Leimkraut, Echtes Seifenkraut, Gewöhnlicher Dost sowie verschiedene Weidenröschen- und Fetthennenarten. Die Nachtviole, Türkenbundlilie, Frühlingsplatterbse, Goldlack und Gartensalbei brauchen dagegen etwas Kalkzugabe.  Auf normalem Mutterboden wachsen gerne der Lerchensporn, Vogelwicke, Staudenphlox, Schnittlauch, Minze und Melisse. Für feuchtere Böden eignen sich die  rote Taglichtnelke, Borretsch, Schnittlauch, Ross- und Poleiminze.

Wichtig für die Hilfe zur Erhaltung der Fledermäuse ist ein vielseitig gestalteter Garten für einen artenreichen und heimischen Pflanzenbestand. Die einzelnen Teillebensräume wie Hecke oder Blumenwiese sollten dabei durch möglichst „weiche“ Übergänge z.B. in Form eines Hochstaudensaums miteinander verbunden werden. Auch ein Teich ist für Fledermäuse sehr attraktiv, da dieser viele Insekten anlockt.

Weitere Informationen finden Sie beim NABU Bundesverband.